NS-Bahnhofsuhr
Was gehört dazu, eine (alte) Bahnhofsuhr wieder zum Laufen zu bringen?
Auch die vertrauten blauen NS-Bahnhofsuhren arbeiten mit Impulssteuerung. Manche tragen als Markennamen „Bosch“ auf dem Zifferblatt. Die Uhrwerke in den älteren Uhren stammen jedoch fast immer von TN, erkennbar am Logo mit der Raute:
QUELLE: Wikipedia.de
Auf dieser Seite ist beschrieben, was nötig ist, um eine solche (doppelseitige) Uhr wieder zum Laufen zu bringen.
Anschlüsse
NS-Bahnhofsuhren sind meist an die 230V-Netzspannung angeschlossen. Damit werden die Beleuchtung und der Sekundenmechanismus versorgt. Eine doppelseitige Uhr hat zwei Uhrwerke, eines für jede Seite. Jedes Uhrwerk hat wiederum zwei Anschlüsse:
- 230V (AC) für den Sekundenzeiger und
- eine 24V (DC) Impulssteuerung für die Minuten.
Die Beleuchtung ist oft eine einzelne Ring-Leuchtstoffröhre, die beide Zifferblätter beleuchtet, z. B. Philips TL-E 40W/830 1CT/12 oder TL-E 40W/840 1CT/12. Unter anderem hier erhältlich.
Neben den 230V braucht das Uhrwerk eine Impulssteuerung , um die Zeiger im richtigen Moment – jede Minute – weiterzuschalten. Diese Impulse haben meist 24 Volt (12 und 48 Volt kommen seltener vor). Fehlt ein Anschluss an eine zentrale Mutteruhr wie auf einem Bahnhof, kann ein Impulsgeber diese Signale erzeugen und die Uhr so pünktlich laufen lassen.
Ein doppelseitige Uhr hat die Impulseingänge parallel geschaltet.
Das Bild zeigt das TN-Uhrwerk mit den beiden verschiedenen Anschlüssen. Mit dem Rädchen (dem linken Auge) lässt sich der Minutenzeiger von Hand verstellen.
Auf der linken Seite des Uhrwerks ist außerdem deutlich eine Spule zu sehen – das Kennzeichen einer elektrischen Nebenuhr.
12- oder 24-Volt-Impulse
Bei manchen Ausführungen dieses Uhrwerks lässt sich die Impulsspannung einstellen. Das geschieht mit dem schwarzen Block am Impulsanschluss. Lösen Sie die Schraube und schieben Sie den Block nach links oder rechts in die gewünschte Stellung.
An den Enden des schwarzen Blocks befinden sich kleine Dreiecke über den Spannungswerten (auf dem Foto 12 und 24). Das Uhrwerk ist auf den Wert eingestellt, auf den das Dreieck auf dem transparenten Kunststoff zeigt. Auf dem Foto sind das 24 Volt.
Schleichender Sekundenzeiger
Der Minutenimpuls ist buchstäblich ein Synchronisationsmoment: Bleibt er aus, bleibt der Sekundenzeiger bei 12:00 stehen.
Leider ist bekannt, dass gerade die Sekundenmechanik Verschleiß unterliegt. Wir raten, sie immer vorher auf einwandfreie Funktion zu prüfen!
Verschleiß Sekundenzeiger
Verschleiß der Sekundensteuerung erkennt man in zwei Stufen:
- Es ist ein Geräusch zu hören , das man als Rattern oder Mahlen beschreiben kann. Es beginnt leise, wird aber mit der Zeit (manchmal über Jahre) lauter. Irgendwann wird es so laut, dass wir es Krach nennen. Vor allem in Innenräumen ist das unangenehm.
- Der Sekundenzeiger läuft nicht mehr immer sauber herum oder bleibt sogar ganz stehen.
Ursache ist der Synchronmotor (230V AC), der den Sekundenzeiger antreibt. Die Motorwelle dreht sich im Kunststoff. Mangels guter Lager nutzt sich der Kunststoff immer weiter ab, wodurch Spiel an der Welle entsteht. Wird das Spiel zu groß, greifen die Zahnräder nicht mehr richtig ineinander, und es entsteht das ratternde Geräusch.
Funktion testen
Es ist recht einfach zu testen, ob die Sekundenmechanik einer Uhr noch in Ordnung ist.
Schließen Sie dazu die 230V an die Uhr oder die einzelnen Uhrwerke an. (Bitte vorsichtig, denn 230V kann schmerzhaft sein!)
Solange der Sekundenzeiger nicht auf 12:00 steht, macht er mit angeschlossenen 230V seine Runde. Das zeigt gut, wie leise das Uhrwerk noch ist. Geben Sie dem Zeiger von Hand einen kleinen Schubs, wenn er wieder bei 12:00 wartet.
Übrigens funktioniert eine Uhr auch ohne die 230V für die Sekundensteuerung einwandfrei. Mit nur der Impulssteuerung zeigt die Uhr über Minuten- und Stundenzeiger ganz normal die Zeit an.
Einbau
Ein Impulsgeber lässt sich auf zwei Arten einsetzen:
- Intern: Einbau in die Uhr, wobei der Impulsgeber an die vorhandenen 230V angeschlossen wird.
- Extern: Der Impulsgeber bleibt außerhalb der Uhr, und die Impulssteuerung wird per Kabel in die Uhr geführt.
Intern ist oft eine schöne Lösung, weil die Uhr dann nur mit einem einzigen Kabel (230V) angeschlossen wird. Das wirft allerdings die Frage auf: Wie stellen wir die Uhr?
Die richtige Zeitanzeige
- Er wird ‚von Hand‘ gestellt. Dafür hat er eine Taste, die bei jedem Drücken einen Minutenimpuls erzeugt.
- Sommer- und Winterzeit werden nicht automatisch umgestellt.
Der 12/24V-Impulsgeber kann für diese Uhrwerke verwendet werden
Tipps und Tricks
Drinnen oder draußen?
Wird die Uhr in Innenräumen verwendet oder hängt sie draußen?
Das ist wichtig, weil eine Außenuhr viel mehr aushalten muss (u. a. Feuchtigkeit, Temperatur) und man das bei den verwendeten Materialien vorher berücksichtigen muss.
Unsere Impulsgeber sind nur für Innenräume geeignet. Wer einen trotzdem draußen einsetzen möchte, setzt ihn am besten in ein wasserdichtes Gehäuse.
Für Heimwerker: Verwenden Sie eine Kunststoffdose mit Löchern für die Kabeldurchführung. Oder zum Beispiel eine IP65-Abzweigdose, erhältlich in jedem Baumarkt.
Externe Impulstaste
Optional kann für einen eingebauten (internen) Impulsgeber eine Taste/ein Schalter an der Außenseite der Uhr angebracht werden. Der Vorteil: Die Uhr muss zum Stellen nicht geöffnet werden.
Diese Option ist derzeit nur auf Anfrage erhältlich. Wir liefern dann den Impulsgeber mit Taste und einem Kabel in der gewünschten Länge. Fragen Sie nach dem Preis!
Bei der nächsten Impulsgeber-Generation wird das eine einfacher anzuschließende Funktion, die direkt als Option mitbestellt werden kann!
Externer Lichtschalter
Neben der externen Impulstaste ist es auch möglich, an der Außenseite der Uhr einen zusätzlichen Schalter anzubringen, um die Beleuchtung ein- und auszuschalten.
Kabellos
Wer etwas geschickt ist, kann die Beleuchtung auch über KlikAanKlikUit, Philips Hue oder eine andere Smart-Home Lösung anschließen.


